Zitat: Nietzsche

„Es ist ein richtiges Urtheil der Gelehrten, dass die Menschen aller Zeiten zu wissen glaubten, was gut und böse, lobens- und tadelnswerth sei.
Aber es ist ein Vorurtheil der Gelehrten, dass wir es jetzt besser wüssten, als irgend eine Zeit.“

(Nietzsche, Morgenröthe, KSA 3, S. 20)

Ein wahres Wort von Nietzsche, wenn auch in einem durchaus zweifelhaften Kontext. Dazu bald später mehr in einem ausführlichen Nietzsche-Fazit.

2 Gedanken zu “Zitat: Nietzsche

  1. „Ein wahres Wort von Nietzsche, wenn auch in einem durchaus zweifelhaften Kontext.“ – Anna Torus

    Solange ein Zitat (aus sich heraus) zumindest auf e i n e Weise verstehbar ist, wird kein Kontext gebraucht. Kontext wird zweitens nur dann gebraucht, wenn auf das Zitat (aus welchem Grund auch immer) „Wichtigkeit“ projiziert wird.
    .

    „Es ist ein richtiges Urtheil der Gelehrten, dass die Menschen aller Zeiten zu wissen glaubten, was gut und böse, lobens- und tadelnswerth sei. Aber es ist ein Vorurtheil der Gelehrten, dass wir es jetzt besser wüssten, als irgend eine Zeit.“ – Friedrich Nietzsche

    Egal, zu welcher Zeit wir uns gerade auf der Erde tummeln: Immer wissen wir in den wichtigen Dingen zwischen „richtig“ und „falsch“ zu unterscheiden. Das ist keine Sache einer linearen (geschichtlichen) Entwicklung, sondern Teil des Lernfeldes eines jeden Menschen zu jeder Zeit. Selbst kleine Kinder können es – schon bevor sie so weit sind, daß sie sprechen können.

    Auf diesem Gebiet haben wir alle die gleichen Chancen, mit „gut“ und „böse“ zu spielen, unsere Erfahrungen zu machen und schließlich… zu reifen.

    Mit der Ausbildung der Sprache beginnt die Ausbildung des Verstandes. Zu diesem Zeitpunkt sind die Kinder meist schon korrumpiert, das heißt, ihnen wurde – absichtlich oder unabsichtlich – ein Konglomerat an Kodizes für das Sortieren von „richtig“ und „falsch“ von Außen übergestülpt.

    Mit Mitteln, die Erziehung genannt werden, sagen nun die „Erwachsenen“, wo es lang geht. Das eigene feine Empfinden gilt nicht mehr viel, hat wenig Wert, wird in die Ecke gedrängt. Diese Verdrängung auf Seiten des schwächeren Kindes hat Schutzfunktion: Schließlich muß es in seiner Umgebung, in die es hineingeboren wurde, (über-)leben.

    Nun wird die Moral der jeweiligen Familie, der Sippe, der Gruppe und der Nation bestimmend und weitgehend… internalisiert.

    Jetzt braucht es schon eine gewisse Geistige Reife und Bewußtheit, um eigene
    authentische Bewertung. . . von antrainierter Moral unterscheiden zu können.

    Herbstgrüße… 🍁
    von Nirmalo

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