Zitat: Wahrheitsminister Heiko Maas

„Es ist nicht ganz einfach, eine Institution zu schaffen, die sozusagen in Form einer Wahrheitskommission entscheidet, was ist wahr und was nicht.“

(Bundesjustizminister Heiko Maas, dpa)

Was ist noch bedrohlicher für den Bürger als Hate Speech? Genau: Fake News. Aber keine Sorge, unsere Regierung kümmert sich schon drum. Übrigens mit Rückenwind aller Parteien im Bundestag, inklusive der Linken und den Grünen (siehe den ausführlichen Artikel).

Update: Offensichtlich wurde der Artikel inzwischen um die Hälfte gekürzt. Das Zitat ist dort nicht mehr zu finden.
Update 2: Alternativquellen mit dem gleichen oder leicht abgewandelten dpa-Text findet die Google-Suche: z.B. Horizont, Zeitungsverlag Waiblingen, Südwest-Presse, Nordbayerischer Kurier, Thüringer Allgemeine, Neckar-Chronik, Web.de, Welt.de, Süddeutsche , das Greenpeace-Magazin und zahlreiche weitere Blätter mehr – Ein Hoch auf die Meinungsvielfalt unserer Medienlandschaft!

Sehr hübsch auch beim Postillon aufgegriffen:
Der Postillon: Bundeskanzler Dreher will Fake-News unter Strafe stellen

Via Schrottpresse.
Quelle: Frankfurter Neue Presse (bzw. dpa)

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6 Gedanken zu “Zitat: Wahrheitsminister Heiko Maas

  1. Über jemanden zu spotten ist leicht, aber zu formulieren, „was ist Wahrheit“ oder „was nicht Wahrheit ist“, da wird man schon ein wenig demütiger.

    Einige Begriffe benutzen wir wie selbstverständlich, die eigentlich einer etwas differenzierteren Handhabung bedürfen, andernfalls fördern sie eher die Diffusion – als daß sie klärend wirken. Der Wahrheitsbegriff gehört dazu.

    WAHR im Feld der…
    * Justiz heißt „Fakten“.
    * Sinne nennen wir „wirklich“.
    * Logik benennen wir als „schlüssig“.
    * Forensik wird als „bewiesen“ angesehen.
    * Mathematik bedeutet: Die Lösung ist „richtig“.
    * Ingenieurs-Wissenschaft bedeutet: „Es funktioniert“.
    * Moral gilt als „wahr(haftig)“, als „ehrlich“ und als „authentisch“.
    * Experimentellen Wissenschaft, wird „überprüfbar, nachvollziehbar“ genannt.*

    Aber ja, Anna, es ist ehrenvolle Aufgabe der Philosophie, sich darum zu kümmern, was Wahrheit ist, was wahr ist und was Wirklichkeit ist. Denn die Wahrheit ist unabdingbarer Bestandteil der Philosophie – andernfalls ist es keine.

    „Philosophie“ ist eines der schönsten Wörter überhaupt. Wer sich auf ihre Pfade begibt,
    hat den geistigen Anspruch an sich selbst…, schon ziemlich hoch gehängt. Gratulation!

    Gruß zum Wochenende,
    Nirmalo

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    • Hallo Nirmalo, vielen Dank für deinen Kommentar.
      Ich behelfe mir mit Spott, wo sonst die Verzweiflung warten würde. 😉
      Das sind wichtige Unterscheidungen, die du triffst. Sie zeigen, wie breit gefächert der Wahrheitsbegriff ist – und daher auch so spannend. Für mich ist Wahrheit, erst mal ganz allgemein gesprochen, das So-Sein der Dinge. Aber da fangen die Probleme schon wieder an…
      Besten Gruß zurück!

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      • Hi Anna,
        vorhin ergänzte Kurt Tucholsky („zufällig“) das Thema hiermit:

        „Der eigene Hund macht keinen Lärm; er bellt nur.“

        Der Kurt weist uns darauf hin, daß es nicht nur EINE Wirklichkeit gibt.
        Insbesondere dann nicht, wenn zudem Emotionen ins Spiel kommen.

        Die Hunde-Sprache wird hinter dem Klingelschild „Tucholsky“
        etwas anders WAHR-genommen, als hinter dem des Nachbarn.

        Dennoch ist keine der Wahrnehmungen
        und Empfindungen unwahr oder falsch.

        Gut´ Nacht,
        Nirmalo

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        • Das stimmt natürlich. Und deswegen ist es auch sehr interessant, wo unsere verschiedenen Wirklichkeiten trotzdem übereinstimmen. Sie mögen zwar jeweils individuell sein, aber scheinen an gewissen Punkten „zusammenzuklingen“, jedenfalls da, wo wir uns darüber einigen können, dass sie es tun. Die Frage ist: Wie kommt diese sogenannte Objektivität zustande und wieso?
          Schöne Grüße

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  2. Anna: „Wie kommt diese sogenannte Objektivität zustande und wieso?“

    Du deutest es selbst doch schon an: „sogenannte“. Es handelt sich im Zitat vom Kurt um drei verschiedene, in sich vollendete Wirklichkeiten.

    Objektivität ist nur eine Idee.

    Wenn auch… eine im gesellschaftlichen Leben (gelegentlich bis häufig) nützliche Hilfs-Idee (ohne Wahrheitsgehalt). Probleme tauchen auf, sobald jemand an eine Tatsächlichkeit von Objektivität glaubt.

    Wie uns der Name „Objektivität“ schon mitteilt: In der Welt der Objekte bekommt die Idee ihren Sinn. Hier ist sie nützlich.

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    • Ich bin mir da nicht so sicher. „Objektivität“ im strengsten Sinne des Wortes mag eine bloße Idee in dem Sinne sein, dass es das „An sich“ des Objekts außerhalb von Perzeptionen im weitesten Sinn nicht gibt. Überall existieren schon Interpretationen, Kontextualisierungen, Färbungen der Wahrnehmung, auch außerhalb menschlicher Wahrnehmung. Auch andere Tiere nehmen die Objekte um sie her nur wohl „für sich“ wahr. Aber die von uns so genannte Objektivität kommt ja da zustande, wo es dennoch Kongruenzen in der Wahrnehmung gibt. Diese existieren, sind keine bloße Einbildung – mögen sie auch nicht transzendent, sondern nur immanent, immer nur in Wahrnehmung überhaupt eingebettet existieren. Ebenso andere Kongruenzen in der Natur, etwa die ebenfalls „sogenannten“ Naturgesetze. Deren „Wirklichkeit“, jedenfalls bis einem bestimmten Punkt, erweist sich zB in ihrer technischen Anwendung und Nutzbarmachung. Sie sind eben keine „bloßen“ Ideen, im Sinne von bloßen Hilfskonstrukten, denn sie erlauben uns, die Natur an wesentlichen Punkten zu erfassen und zu manipulieren.
      Ich will damit sagen: Die Erfahrung von Kongruenz und Symmetrie in der Vielzahl der Naturerscheinungen und -wahrnehmungen hat uns den Begriff der Objektivität, der Idee, des An-sich eingebracht. Diese Kongruenz ist als solche nicht einfach zu negieren oder wegzurationalisieren, da sie als besondere Erfahrung existiert. Die Frage ist, wie sie genau zu erklären ist.

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