Die besten Sprüche von… Paul Feyerabend

  • „Science is an essentially anarchic enterprise.“ (AM, S. 9.)
  • „Die Wissenschaft selbst mit ihren unterschiedlichen Strategien und Ergebnissen und metaphysischen Einsprengseln ist nicht konsistent. Sie ist selbst eine Collage, nicht ein System.“ (Zeitverschwendung, S. 194)
  • „The only principle that does not inhibit progress is: anything goes.“ (AM, S. 14)
  • „Science needs people who are adaptable and inventive, not rigid imitators of ‚established‘ behavioural patterns.“ (AM, S.159)
  • „Science will profit from everyone doing his own thing.“ (AM, S. 159)
  • „There is no idea, however ancient and absurd, that is not capable of improving our knowledge.“ (AM, S. 33)
  • „Although science taken as a whole is a nuisance, one can still learn from it.“ (AM, S. 162-163)
  • „We must approach science like an anthropologist approaches the mental contortions of the medicine-men of a newly discovered association of tribes. And we must be prepared for the discovery that these contortions are wildly illogical (when judged from the point of view of a particular system of formal logic) and have to be wildly illogical in order to function as they do.“ (AM, S. 191-192)
  • „We must stop the scientists from taking over education and from teaching as ‚fact‘ and as ‚the one true method‘ whatever the myth of the day happens to be.“ (AM, S. 162)
  • „Confusionists and superficial intellectuals move ahead while the deep thinkers descend into the darker regions of the status quo or, to express it in a different way, they remain stuck in the mud.“ (AM, S. 53)
  • „Successful research does not obey general standards; it relies now on one trick, now on another; the moves that advance it and the standards that define what counts as an advance are not always known to the movers.“ (AM, S. 1)
  • J: What is your profession? F: My profession was: I was a professor of philosophy. This means: a civil servant, ein Denkbeamter. That’s all I was. What do I do? I write essays which upset people. (Worst enemy of science, S. 165)
  • „Professor Feyerabend is an act I put on down there for monetary gain. These things have to be clearly separated, or else in the end you take seriously what you are doing and then you are in a big mess.“ (Science, S. 534)

Wer war Paul Feyerabend?

paul_feyerabend_berkeleyQuelle: Wikimedia Commons

Paul Feyerabend (1924 – 1994) war ein österreichischer Wissenschaftsphilosoph, wissenschaftstheoretischer Anarchist, Nestroy- und Karl-Kraus-Liebhaber und schärfster Kritiker Karl Poppers. Er polemisierte gern und führte den Wissenschaftsbetrieb vor, dem er vorhielt, sich selbst nicht an die eigenen rationalistischen Regeln zu halten, sondern stattdessen mit unbewussten metaphysischen Einsprengseln, Irrationalismen und rhetorischen Kniffen zu hantieren (exemplarisch wies er das an Galilei nach). Darüber hinaus war er der Ansicht, dass gute Wissenschaft sich sowieso nicht an Regeln hält. Nicht ganz so radikale Artverwandte: Imre Lakatos und Thomas Kuhn. Wichtigstes Werk: Against Method (komplizierte Editionsgeschichte, am besten aktuellste Ausgabe auf Englisch lesen).

Beim nächsten Mal: Die härtesten Sprüche von Nietzsche.

Feyerabend, Paul, Against Method. Outline of an anarchistic theory of science [=AM], London 1993.
Feyerabend, Paul,
Zeitverschwendung, Frankfurt 1995.
Preston, J., Munévar, G., Lamb, D. (Hrsg.):
The Worst Enemy of Science? Essays in Memory of Paul Feyerabend, Oxford 2000.
Broad, W. J.: „Paul Feyerabend. Science and the Anarchist.“ in: Science 4418 (1979), S. 534–537.

Zitat: Byung-Chul Han

„Die Machttechnik des neoliberalen Regimes nimmt eine subtile Form an. Es bemächtigt sich nicht direkt des Individuums. Vielmehr sorgt es dafür, dass das Individuum von sich aus auf sich selbst so einwirkt, dass es den Herrschaftszusammenhang in sich abbildet, wobei es ihn als Freiheit empfindet.“

(Byung-Chul Han, Psychopolitik. Neoliberalismus und die neuen Machttechniken, Frankfurt am Main 2015, S. 42.)

Zitat: Einstein

„Die Naturwissenschaft ist nicht bloß eine Sammlung von Gesetzen, ein Katalog zusammenhangloser Fakten. Sie ist eine Schöpfung des Menschengeistes mit all den frei erfundenen Ideen und Begriffen, wie sie derartigen Gedankengebäuden eigen ist.
Physikalische Theorien sind Versuche zur Ausbildung eines Weltbildes und zur Herstellung eines Zusammenhanges zwischen diesem und dem weiten Reich der sinnlichen Wahrnehmungen.
Der Grad der Brauchbarkeit unserer gedanklichen Spekulationen kann nur daran gemessen werden, ob und wie sie ihre Funktion als Bindeglieder erfüllen.“

(Albert Einstein, Leopold Infeld, Die Evolution der Physik, Augsburg 1992, S. 37)

Zitat: Niels Bohr

Ein Nachtrag zum vorherigen Post: Ich habe noch ein schönes Zitat von Niels Bohr (der sonst sehr kluge Sachen sagt) zum Konservatismus in der Wissenschaft gefunden:

„Es ist in der Naturwissenschaft immer eine gute Politik, so konservativ wie möglich zu sein und nur unter dem Zwang sonst unerklärbarer Beobachtungen Erweiterungen vorzunehmen.“

(Heisenberg, Der Teil und das Ganze, München 1976, S. 136)

Da lobe ich mir Paul Feyerabend..